Wie unglaublich schnell doch in gewissen politischen Kreisen Wörter mit dem Ursprung Populismus zur Hand sind, ist erstaunlich. Gerade in den Lagern links der linken Mitte geht man erstaunlich locker mit diesem Begriff um und labelt eine ganze Menge als populistisch und einen ebenso großen Kreis an Personen als Populisten und Populistinnen.
Das Wort Populismus bezeichnet eigentlich nichts anderes, als die Instrumentalisierung von Ängsten und Konflikten zum eigenen Zwecke und das propagieren einfach Lösungen. Vom linken politischen Rand aus etwas, das eine ganze Zahl von Personen macht. Doch bedeutet Populismus auch weitergehend die Nutzung von populären Thesen und Inhalten sowie Lösungen zur Steigerung der eigenen Beliebtheit.
Populismus tritt so auch innerhalb von linken oder linksgerichteten Gruppen auf. Das stetige Wiederkäuen von Thesen und Lösungsansätzen zum Gefallen der eigenen politischen Basis ist nichts anderes als Populismus. Ein linkspropagierendes Medium, welches dem Rezipienten die Thesen vorkaut, die er hören möchte und Inhalte bringt, die diesem schon lange geläufig sind, nur um dessen Gefallen zu finden, betreibt ebenso Populismus, wenn auch innerhalb eines gesteckten Rahmens und mit etwas anderem Muster. Das Medium macht sich die populistische Anpassung der Inhalte zu nutze um dem eigenen Publikum zu gefallen.
In der Popkultur funktioniert es nicht anders. Es wird das produziert und hervorgehoben, was inhaltlich der "Volksnähe" von populistischer Politik entspricht, nur auf Ebene von Kultur. Das was Abnehmer findet, wird propagiert. Die Masse bestimmt das Bewusstsein. So könnte man zumindest weiterspinnen.
Aber ist es nicht wiederum gerade bei, zumindest dem Selbstverständnis nach, kritischen Medien dann auch wichtig eben diesen Blick über den Tellerrand zu machen und eben nicht schnell das Wörtchen Populismus im Munde beziehungsweise in der Feder zu führen? Ich denke schon, denn gerade dann sollte man den unvoreingenommenen Blick auf Inhalte werfen bevor sie als populistisch abgetan werden. Fragestellungen, die eben auch eine Position einnehmen, die heutzutage schnell als populistisch abgetan wird, sollten zwar kritisch betrachtet, aber nicht direkt gelabelt und abgetan werden. Das Wortgrüppchen um Populismus ist hier viel zu schnell bei der Hand und vor allem als Waffe gegen jedwede andere politische Überzeugung zu schnell gebraucht. Besonders unter denen die sich als kritische und differenzierte Betrachter sehen …
PS: Ich wurde darauf hingewiesen, dass der Feed aktuell nicht funktioniert. Ich weiß nicht, ob es an FeedBurner oder der Habari-Alpha liegt, aber ich hoffe das Problem zeitnah lösen zu können, zumal ich in den nächsten Tagen zunächst erstmal ein weiteres Update durchführen muss …
[Update] Ich konnte den Fehler mit dem Feed gerade doch korrigieren. Irgendwie war der Eintrag für die Anzahl der Feed-Items weg. Ich vermute, dass dieser irgendwie beim ändern von was anderem aus versehen unter die Räfder gekommen ist.

Christian
Populismus ist die einfachste Art, jemandem Populismus vorzuwerfen. Wer auf populistische Argument eingeht hat demnach schon verloren, oder nicht? Doch, ich denke schon. Darum schreibe ich meinen Blog populistisch und jeder, der reagiert hat schon verloren... gut, nicht?
Lassen wir die Wortspiele.. Populismus ist, dem Volk nach dem Mund zu reden und die wirklich wichtigen Probleme links liegen zu lassen. Wobei links hier nicht auf die politische Linke anspielen soll. ;) Denn mit wichtigen Problemen und guten Lösungsansätzen verliert man Wählergunst.
2008-11-09 12:18:31