Gegen eine Dummheit, die gerade in Mode ist, kommt keine Klugheit auf. ist ein Zitat von Theodor Fontane, welches mir heute über den Weg gelaufen ist. Und da ich mir vorgenommen habe die Gedanken aus meinem Kopf einigermaßen strukturiert nieder zu schreiben, muss einfach ein wenig dazu geschrieben werden.
Aus meiner Sicht kann ich dem Zitat nur zustimmen, auch wenn ich mich sofort fragen muss: Was ist Mode und vor allem für wen? Das Problem ist aus meiner Sicht, dass viele ihre Position nicht als Mode begreifen. Aus ihrer Sicht ist Mode oft etwas, was vom Mainstream oder dem Mainstream einer Subkultur bestimmt wird. Sie betrachten ihre eigene Denkweise allerdings nicht als zyklisches Phänomen, sondern als in Stein gemeißelt. Trotzdessen gehören sie einer bestimmten Gruppe zu einer bestimmten Zeit an. Also auch der Anhänger einer Subkultur, der sich außerhalb jeder Modeerscheinung des Mainstreams oder gar des Mainstreams seiner eigenen Szene sieht, vertritt eine Mode. Denn auch diese Erscheinung wird es im Laufe der Jahrhunderte irgendwann nicht mehr geben.
Man könnte nun einwerfen, dass eine Abhängigkeit von der Größe der Gruppe besteht, doch besteht diese vor dem Hintergrund der Unendlichkeit der Zeit wirklich? Gerade auch wenn es um Denksysteme geht muss man sich diese Frage stellen. Die bezeichnete Mode besteht ja nicht nur auf den Gebieten der Äußerlichkeiten, sondern auch im Kopf jedes Einzelnen. Der Kumpel der jeden Tag in die Zeche fährt und die Bild liest, erfüllt damit nicht nur ein Klischee, er folgt auch in gewisserweise einer Mode innerhalb seines eigenen Umfelds. Denn eben das Produkt Bild könnte irgendwann aussterben oder einfach unbeliebter in gewissen Kreisen werden.
Mode bleibt insgesamt eine sehr relative Definition. Fontane bezieht sich aber wohl vor allem auf den Effekt der positiven Bewertung einer Handlungsweise oder Darstellungsweise innerhalb einer Gesellschaft und relativer Größe um das einzelne Subjekt. Reflektiert also im generellen die Position des Subjekts innerhalb einer Gruppe und die Massenverhältnisse von Positionen. Eine Position, Handlungs- und Darstellungsweise als Massenphänomen.
Aus meiner Perspektive ist es evident, dass damit der Kontext einer Position die Bewertung bestimmt und verändert. Eine Handlungsweise kann innerhalb eines Kontextes als gewürdigte Handlung auftauchen und durch die Änderung des Kontexts eine negative Bewertung erhalten.
Diese Relation von Bewertung und dem Gegenstand der Bewertung ist nicht relativierbar und durch die Zusammenhänge notwendig nicht ohne einander denkbar. Egal welcher Gedankengang bleibt relativ und in vielen Fällen auch nicht notwendig relevant vor dem Hintergrund einer ewigen und objektiven Wahrheit.
2008-10-02 17:48:32
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