Es ist Super-Wahljahr und ich könnte nur noch Kotzen. Tatsächlich bleibt mir nichts mehr anderes dazu zu schreiben denn das unter den Menschen aufzufindende Verhalten lässt kaum eine andere Reaktion zu. Sehr viele unter den politisch Aktiven befinden sich in einer Art Präwahl-Politpubertät. Nur einige Wenige denken in dieser Zeit mit einigermaßen klarem Kopf und entziehen sich weitestgehend der Agitation zum Für und Wider in Bezug auf einzelne Parteien.
Traurig aber wahr denn eigentlich gestandene Erwachsene benehmen sich wie damals im Sandkasten. Aus der Unipolitik kommend kennt man solche kindlichen Anbahnungen schon von den jüngeren politisch Aktiven und sieht schnell, dass es hier leider genauso läuft. Wirklich nicht nur ähnlich sondern tatsächlich genauso. Hat man etwas anderes erwartet? Eigentlich nicht denn wie man weiß wächst die Fähigkeit zur Selbstreflektion nicht auf Bäumen und kommt entgegen aller Vermutungen auch tatsächlich nicht mit der Veränderungen von Zahlen bei der Altersangabe. Maximal über die Bereitschaft zur Erweiterung des eigenen Horizontes und der eigenen Fähigkeiten, aber die muss schon auch mit dem Bedürfnis zur Selbstkritik einhergehen.
Gerade im Wahljahr trifft die Kurve der Agitation auf ihr Maximum. Gemüter erhitzen sich und einige sonnen sich in einer – zumindest nach ihrem eigenen Ermessen – reflektierten Position. Wie wenig reflektiert und differenziert diese Weltsichten sind vermögen diese Geister – dank ihrer mangelnden Selbstkritik und Möglichkeit zur Metaperspektive – nicht wahrzunehmen. Objektivität und differenzierte Betrachtung sind Fähigkeiten nach denen man peinlich lange suchen muss.
Eigentlich wollte ich mich damit nicht mehr abgeben, aber in den letzten Tagen kamen mir so viele idiotische Aussagen, Attitüden und Selbstverliebtheiten unter die Augen, dass es in mir brodelt. Es schreit förmlich danach in "Internetstein" gemeißelt zu werden Es ist Zeit für schmerzhafte Reflektionen und Wahrheiten oder kürzer: das böse Denken.
