Du bist kein Politiker: Deine Meinung ist irrelevant!

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Ich sitze gerade an einer Rezension von Broders "Kritik der reinen Toleranz" und mir fiel ein, was ich mir am Dienstag in der Diskussion dazu angehört habe.

Ein hochschulpolitisch engagierter Student hielt mir in seiner Ablehnung dem Werk gegenüber etwas merkwürdiges entgegen. Mein Argument für die Rezension ist, dass auch Broder seinen Beitrag zur Diskussion leistet und man sich nicht davor verschließen dürfe sich auch mit einer solche Position auseinanderzusetzen. Das Gegenargument war, dass Broder der Diskussion nichts beitragen könnte, da er ja kein Politiker sei.

Diese Person wertet damit die Arbeit jeglicher Initiativen ab, die einen Einfluss auf die Politik bewirken wollen, denn es sind ja keine Politiker die hier zu einer Diskussion beitragen. Das Konzept der Meinungsbildung durch Aufklärung und das Hervorbringen von Themen außerhalb des Mundes von Politikern ist also demnach völlig irrelevant. Gleichzeitig will diese Person aber mit den selben Mitteln zur Diskussion beitragen. Als Nicht-Politiker auch die "normalen" Menschen einbringen. Sie selbst kritisiert die Medien auf Grund ihres Einflusses auf die Meinungsbildung der Bevölkerung, die ihrer eigenen Aussage nach keine Relevanz besitzt. Auch in der Situation wiederspricht sie sich damit. Sie misst dieser Zeitung keine Relevanz im Hinblick auf irgendeine Diskussion bei. Versucht aber unbedingt zu verhindern das eine Meinung überhaupt einen Platz findet, auch wenn sie Kritik erfährt. Man nennt so etwas auch Inkonsistenz und Inkohärenz. Den Aspekt unbedingt Meinungen verdrängen zu wollen möchte ich an dieser Stelle nicht auch noch aufgreifen.

Diese Inkonsistenz im eigenen Denken sehe ich jetzt nicht als großartige Neuerung an, denn schon viele vor dieser Person haben ähnlichen Mist von sich gegeben, aber so etwas von einem Listensprecher zu hören, der sich selbst für unglaublich reflektiert hält, ist einfach nur wundervoll. Die eigene Relevanz so anzugreifen ist wirklich die absolute Krönung. Bitte noch einmal zurück in das erste Semester und die Logik-Vorlesungen nachgeholt. Ich empfehle vor allem die Syllogistik. Alternativ geht natürlich auch der Unterricht der Sekundarstufe II im Fach Philosophie, nachdem Curriculum müsste dieser das wohl abdecken, Grundkurs reicht.

PS: Ich hatte in den letzten Tagen ein Update auf die aktuelle Alpha-Version gemacht. Leider gibt es darin einen Bug, der mir einfach nicht erlauben will Kommentare zu bestätigen. Solltet ihr also kommentieren, dann bitte nicht wundern, dass der Kommentar länger nicht freigeschaltet wird.

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