Dank geht an Reich-Ranicki!

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Nach dem folgenden Fernsehauftritt muss man ihm einfach auch mal Danke sagen. Er hat Recht, auch wenn das vielen quer im Halse stecken bleibt. Ich habe die Show nicht gesehen, aber man kennt ja die sonst üblichen Preisverleihungen.

Und ob die Menschen es verstehen oder nicht, er ist der Literaturpabst Deutschlands UND er hat sehr wohl recht auch bei einer öffentlichen Veranstaltung mal den Rahmen zu sprengen. Ob es eine geplante Einlage oder spontane Reaktion war, kann ich nicht sagen. Ich traue Menschen zu, dass sie in gewissen Situationen auch einfach mal den Hammer in die Hand nehmen und auf den Tisch hauen.

Ich werde jedenfalls schauen, dass ich mir dieses Gespräch dann übers Internet anschauen kann. Ich schaue zwar sonst kein Fernsehen, aber das muss man sich ja dann doch mal anschauen …

chodo

Auf der anderen Seite musste er natürlich wissen, worauf er sich da einlässt. Es ist ja nicht so, als ob sich gerade in dieser Sendung erst das wahre Gesicht des Fernsehens gezeigt hätte...

2008-10-14 19:34:19

Florian Fiegel

So, nachdem das mit der Moderation ja nun funktioniert …

Natürlich musste ihm das klar sein, aber bei einer so schwachsinnigen Veranstaltung ist es natürlich trotzdem eine Frage, ob man das in diesem Umfang vorher wirklich erfassen kann …

2008-10-22 21:53:25

Andreas Holzapfel

Jemand, der als Teil des Systems Massenmedium selbiges kritisiert, wirkt unglaubwürdig. Es mag sein, dass Reich-Ranicki das Gefühl hat, es würde dem Medium an Qualität fehlen. Konsequent ist er dabei aber nicht. Es war ja nicht die erste Ehrung, die ihm zugesprochen worden ist. Andere, genauso "zweifelhafte" Ehrungen, z.B. den Bambi oder den bayrischen Fernsehpreis, hat er angenommen. Reich-Ranickis Äußerungen sind, um auf einen anderen Blog zu rekurrieren, im besten Sinne populistisch.

2008-11-29 21:30:57

Florian Fiegel

Das Problem besteht aber generell, denn als stetiger Teil irgendeines Systems ist Kritik damit fasst immer unglaubwürdig. Jeder Internetpublizist der gleichzeitig gewisse Mängel an der Usergemeinde kritisiert ist damit unglaubwürdig. Und auch jeder Mensch der innerhalb der Zivilisation lebt und einen Teil davon kritisiert ist unglaubwürdig.

Das Problem ist das dieses pauschalisierende Argument keine Möglichkeit mehr lässt irgendeine Kritik anzubringen ohne diese als unglaubwürdig abzustempeln. Ganz unabhängig davon wer sie wie und wann anbringt.

Das auch in diesem Falle wohl mal das Faß übergelaufen ist, kann und will sich keiner vorstellen. Ich finde es durchaus spannend wenn Menschen für sich selbst diese Prinzipientreue immer und überall glauben anwenden zu können.

Die Geschichte weist allerdings daraufhin, dass auch Menschen die ein System vorerst dulden es irgendwann satt haben können. Ich möchte jetzt nicht noch auf eine der Lieblingsschriften der achso kritischen linken Masse verweisen. Welche dies als ein Grundprinzip für die Veränderung annimmt.

2008-11-29 22:04:27